Deutschland Tour Ost-Nord

Wir haben eigentlich immer gedacht, Urlaub muss im Ausland sein, Corona, oder wie die Medien sagen Covid 19 zwingt uns dazu in Deutschland Urlaub zu machen. Wir sind gerade 2 Tage unterwegs und stellen fest, wir haben schon ein schönes Land.

Nach einer ruigen Nacht und einem herrlichen Frühstück in der Natur, dachten wir uns wir könnten ja mal den vorher ausgewählten Campingplatz, der in Türingen lag anrufen und sehen, ob dort ein Plätzchen für unseren Bubi frei sei. Kaum wurde der Wunsch nach einer Parzelle geäußert dröhnte eine Frauenstimme „sie dürfen doch gar nicht reisen“,(Corona) wir machten der aufgebrachten Dame klar, dass wir erstens in NRW uns Niedersachsen reisen dürfen und Türingen ja am 15 Mai wieder aufmacht, die Stimme an der anderen Seite der Verbindung gab ihrer nicht so zarten Stimme einen noch größeren Ausdruck als sie sagte „das gilt nur für Türinger.Damit war die Lust auf die NDB (neuen deutschen Bundesländer) mit einem Schlag vorbei.

So, jetzt Plan B ! Vor hatten wir eigentlich über Türingen, Sachsen, Niedersachsen duch den Harz zu fahren, das war Plan A, an Plan B hatten wir natürlich nicht gedacht und somit gab es keinen.

Erstmal nach Sehenswürdigkeiten im Internet suchen und garnicht so weit war das Schloss Marienburg, Ulli habe ich erstmal im Unklaren gelassen, solle halt eine Überraschung sein. nach ca 45 Minuten kamen wir auch schon an, der Parkplatz war so angelegt, dass das Schloß noch nicht zu sehen war, gut für mich, die Überraschung war somit noch größer. Als wir nach einem sehr kurzen Spaziergang plötzlich sahen, das überraschte nicht nur die Ulli, ich war geflasht, damit hatte ich nicht gerechnet, Ulli natürlich erst Recht nicht.

Wir fühlten uns plötzlich wie in Schottland ,dass es sowas schönes in Deutschland gibt…

Nach dem wir dieses Schloss mit Mundschutzmaske besichtigt hatten, fuhren wir zum nächsten Ziel das Google uns empfohlen hatte, die Vienenburg die zur Überraschung im Harz liegt. Ich gebe zu, ich dachte immer der Harz ist im Osten, somit für mich in den NBL, jetzt war klar, der Harz bleibt ein Teil unserer ursprünglichen Planung.

Die Vienenburg hatte uns aber nicht gerade mit Schönheit und Anmut begrüßt, durch einen mittelalterlichen Torbogen betraten wir den Hof der Burg, in dessen Mitte ein hoher runder Turm in die Höhe ragte, auf der rechten Seite alte Fachwerkgebäude die mit provisorischen Stützen das Ende verhindern wollten und bis dahin auch schafften, auf der Linken war jenes Ende bereits besiegelt, denn dort waren bereits Gebäude aus der heutigen Zeit mit aufgemaltem Fachwerk in denen wohl Mietwohnungen waren. Aus meiner Sicht war dieses Ziel ein Griff ins… Ulli fand es aber schön, Geschmäcker sind halt verschieden.

Auf unserer weiterfahrt zur Kaiserpfalz, die ich bei Google entdeckt hatte, tauchten plötzlich dicke und große Türme auf die es Wert schienen fotografiert zu werden, also bat ich die Ulli auf den vor uns liegenden Parkplatz zu fahren.

Bei diesen Türmen handelt es sich um das breite Tor, quasi der Eingang ins Mittelalter oder besser in die mittelalterliche Harz Stadt GOSLAR. Wir gingen durch das Tor und wir blickten in eine mit Fachwerk geäumte Straße mit Kopfsteinpflaster, eine Überraschung für uns Beide. Der Wille war da, diesen Ort zu erkunden, denn Goslar hätten wir nie als Ausflugsziel gewählt, da es eine Stadt ist und da ist es uns immer zu wusellig. Ich machte aber noch einen kleinen Blick auf Google Maps um zu sehen wo wir überhaupt sind und ich konnte es nicht glauben, die Straße hoch, einmal links, einmal rechts und da ist schon das nächste Ziel dass wir (oder besser Ich) geplant haben, die Kaiserpfalz. Also liefen wir los, na ja, mal eben die Straße hoch… Der Weg zog sich ganz ordentlich. Ich erblickte aber auf der Karte eine Abkürzung, Stückchen rechts und dann links sind wir schon da, dachten wir. Immer schön parallel zur Kaiserpfalz plätschert ein Bächlein und eine Mauer und einige schöne Fachwerkhäuser verhinderten dass wir auf die andere Seite kamen, was dazu führte, dass der Weg unendlich lang erschien und in der Tat kamen wir hinter der Kaiserpfalz erst rüber. Quer durch den Park, schnell die nächste Bank geschnappt, ich war fix und fertig und die Ulli auch. Zurück ging es dann so wie Anfangs geplant und wir konnten es nicht fassen, keine 50 Meter entfernt war die Hauptstraße die wieder in Richtung Parkplatz führte, was sind wir doch vorher für einen Umweg gelaufen.

Als wir halb verdurstet, aber satt (wir haben in Goslar den zweitbesten Döner der Welt gegessen) hab ich meine Recherchen in Sachen Harz fortgesetzt und einen schönen Campingplatz bei Braunlage gefunden, und los ging es. Schöne Serpentinen drehten uns in höhere Gefilde, erst war alles schön, ab einer bestimmten Höhe waren wir plötzlich umgeben von hunderten oder gar tausenden toter Bäume, es sah aus wie in einem Endzeitfilm. Ist dass der Harz von dem alle Welt schwärmt? Als wir dann wieder hinunter fuhren, änderte sich das Bild, die Bäume waren wieder grün. Auf dem Campingplatz Braunlage wurden wir sehr lieb von einem älteren Herrn empfangen, da war sie, die unter Campern brümte Freundlichkeit. Wir durften uns einen Platz aussuchen und so landeten wir auf einer Wiese, direkt am einem Bachlauf und neben uns ein Picknicktisch mit Bänken. Rund herum Wald Wiese und zwitschernen Vögeln, Natur pur.

Zwei Nächte blieben wir hier auf dem Platz, erkundeten den Wald, der uns nach Braunlage führte, mit Blick auf den Brocken. Der Ort selber war etwas enttäuschend, außer viel volle Straßen und wenig ansehnlichen Häusern haben wir nicht zu sehen bekommen, vielleicht waren wir ja in der falschen Ecke. Wir fuhren weiter, Richtung Torfhaus. In der Nacht hatte ich nach weiteren Besonderheiten gesucht und bin auf ein Hochmoor gestoßen, gar nicht so weit von uns und als zweites Ziel einen Baumwurzelkletterpfad (den Baumkronen-Pfad könnte ich der Ulli nicht schmackhaft machen, sie hat Probleme mit der Höhe) also führen wir los. Bei meiner nächtlichen Recherche traf ich auf Fotos von einem Brand eines Ausfluglokals beim Torfhaus, da hatte ich aber nicht bedacht, dass die Fotos frisch waren und es am Tag zuvor passierte. Alles war abgesperrt und keine Chance ins Hochmoor zu kommen, also weiter zum Baumwurzelkletterpfad. Es gibt aber scheinbar kein e normale gepflasterten Straße dorthin, denn Google wollte uns immer in den Wald schicken, und nun, die Serpentinen hinunter fahrend, merkten wir sehr schnell, auch das Ziel wird gestrichen. Weiter ging es Richtung Norden, unser nächstes Nachtlager suchen. Bei Park4night hatte ich einen Parkplatz an einem kleinen Fluss in Gifhorn gefunden an dem wir am späten Nachmittag ankamen. Die letzten Hundert Meter davor sahen wir ganz viele Mühlen, die uns neugierig gemacht hatten, es war das Mühlenmuseum Gifhorn dass direkt für den nächsten Tag als weiteres Ziel erfasst wurde. Nach dem wir den Wagen für die Nacht in Position gebracht haben, haben wir uns zwei Stühle geschnappt und uns auf einen Bootsanlegesteg gesetzt als eine junge Dame auf einen Standup-Brett an uns freundlich vorbei zog. Sie kam mir sehr bekannt vor und auch Ulli hatte sie schon mal gesehen. Wir waren uns einig, daß war eine Begleiterin von Kai von Camping travel living. Als sie zurück kam und außgerechnet an dem Steg herraus kam bestätigte sie unseren Verdacht. Es wurde dunkel und wir legten uns zur Nacht, kaum waren wir zum Schlafen bereit wurde es laut auf dem Platz. Mehrere Autos tauchten aus dem Dunkeln auf und junge mit Testosteron beladene Kerle verwandelten sich zu wütenden Primaten die sich gegenseitig anbrüllten, ich will mal so sagen, es wurde ungemütlich. Ich schlug der Ulli vor, dass wir umziehen, was berechtigt zu der Frage fürte wohin. Ich sagte ihr wie es denn mit dem Parkplatz am Mühlenmuseum wäre, da würden wir doch am nächsten Tag sowieso sein. Also, raus aus dem Bett, die Sitze gedreht und ab ging es ein über den anderen Tag waren wir auf dem Parkplatz, also zwischen 23.50h und 00.05h. Die Tatsache dass ich im Schlüpper gefahren bin sollte nicht unerwähnt bleiben.

Das Mühlenmuseum ist schon was besonderes, man findet hier in einer schön angelegten Parkanlagen Mühlen und Gebäude aus ganz Europa. Wir haben uns über drei Stunden dort aufgehalten, bis der Rücken und die Beine uns überzeugt haben dass es besser ist wieder zum Bubi zurück zu gehen. Da der Parkplatz wie ein Park angelegt war und wir einen herrlichen Blick auf das Glocken Museum hatten war es so schwer dort weg zu fahren, dass wir noch eine Nacht und ein Frühstück lang am nächsten Tag noch geblieben sind.