Ägypten , die Tempel von Luxor

Morgens um 4 wurden wir mit einem Kleinbus am Hotel abgeholt, es war für ägyptische Verhältnisse saukalt.

Bei 8 Grad und leicht bekleidet fuhren wir in den frühen Morgen hinein, von einem Hotel zum nächsten und der Gedanke jetzt 4.5 Stunden in dem kleinen Bus zu fahren machte alles andere als Laune. Aber es kam dann doch anders als erwartet. An einer Art Bushaltestelle wurden wir abgesetzt und promt erschien ein großer Reisebus in den wir nun einstiegen durften. Ein bequemes Plätzchen gesucht und schon waren wir unterwegs.

Am Horizont tauchte auch schon das erste Tageslicht auf und die Landschaft war schon zu erahnen. Gezackte Berge waren bereits als Schattenriss zu sehen und Laternen huschten an uns vorbei.

Es gab noch einen Halt, abseits von Hurghada mitten im Nichts tauchte eine Hotelanlage auf und dort warteten noch Mitreisende, die wir aufpickten.

Die Fahrt wurde fortgesetzt und im Sonnenaufgang breitete sich die Arabische Wüste vor uns aus, ein bizarrer Anblick, aber wunderschön.

Nun stand plötzlich ein Reiseführer im Gang der mit einem Mikrofon den Bus in russischer Sprache beschallte. Nanu, haben wir den falschen Bus erwischt? Es waren mit uns aber noch einige deutsche Reiseteilnehmer mit an Bord, also, was stimmt denn hier nicht?

Als der Reiseleiter mit seinen Informationen fertig war stand eine andere Person auf und erzählt uns mit leiser Stimme und sehr gebrochenem aber stark betontem Deutsch (und ich höre nicht gerade gut) das er unser Reiseguide für die Fahrt ins Tal der Pharaonen sei. Es gab noch ein paar Infos über den Ablauf der Fahrt und es kehrte wieder Ruhe ein in das große Gefährt, das über eine asphaltierte Straße in den Sonnenaufgang fuhr.

Aber von Ruhe konnte nicht lange die Rede sein, denn nun stand der russische Kollege wieder im Raum und redete und redete und es schien kein Ende zu nehmen, er hatte vieles mehr zu erzählen als unser Begleiter. Endlich ein Stop, wir hielten an einer Art Rastplatz mit vielen Verkaufsständen welche wir aber nicht besichtigen konnten da unser direkter Weg schnurstracks Richtung Toilette ging, weil Montezumas Rache noch wirkte.

Gerade noch rechtzeitig am Bus angelangt ging die Fahrt weiter in Richtung unserer Erwartungen. Nach weiteren zwei Stunden sahen wir bereits die ersten Felder und Bananenpflanzen wechselten sich mit Dattelpalmen ab, hier und da schon das erste Haus und Bauern die mit ihren Eseln auf einem Karren von uns überholt wurden, das erste Ziel tauchte schon bald neben uns auf, die äußeren Mauern des Karnak Tempels.

Kurz drauf fuhren wir auf einen großen Parkplatz und die vielen Menschen wiesen darauf hin, wir sind nicht die einzigen die sich diese große Anlage ansehen möchten. wenige Minuten später waren wir auch schon im Hochsicherheitstrakt Karnak. Wir kamen uns vor, wie am Flughafen, jeder Besucher wurde mit piepsenden Sonden abgesucht, eine Waffe oder gar schlimmeres hätte man nicht in die Anlage bekommen.

Unglaublich, was der Mensch in der Lage ist aus Stein und Sand zu bauen und das bereits vor 3,5 tausend Jahren. An der Statue von Ramses dem zweiten vorbei blickten wir bereits auf Festungsartige Gebäude und später auf den großen Säulensaal der sich auf einer Fläche von 5400 qm erstreckt und in dem134 Papyrussäulen aus Sandstein einmal die Decke des Daches trugen, die in der Mitte 21 Meter und in den zwei Seitenschiffen noch 13 Meter hoch sind. Die Mittleren Säulen haben einen Durchmesser von mehr als dreieinhalb Metern.

Mehrere riesen Obelisken waren schon vom weiten zu sehen, eine Anlage die man wirklich gesehen haben muss.

Nach dem wir alle Eindrücke halbwegs erfasst hatten, sammelten wir uns und stiegen wieder in den Bus, der uns aber nur unweit zum Ufer des Nils brachte, dort pendelten Ausflugsboote zwischen den Ufern um die Schaar an Reisehungrigen auf die andere Seite zu bringen. Auch wir setzten hinüber, direkt zu einem Restaurant wo wir uns am Buffet bedienten und uns an einem Tisch mit herrlichem Blick auf den Nil setzten um uns den Bauch voll zu schlagen.

Gerne hätten wir noch am Ufer des Nils verweilt, aber der Bus wartete bereits um uns zur nächsten archeologischen Atraktion zu bringen, dem Hatschepsut-Tempel.

Ich kannte dieses eindrucksvolle Gebäude das in den Fels gewachsen schien, bereits aus den Medien, aber der Anblich ist ungleich prachtvoller als ich es erwartet hatte. Allein die vielen Stufen da hoch, wer hat das nur geplant und umgesetzt? Zeichnungen an den Wänden in Farbe, als hätte sie gerade jemand gemalt.

Ich gebe ja zu, Ahnung habe ich keine und schon gar nicht von den ördlichen Begebenheiten. Ich wuste ja, dass wir das Tal der Könige noch zu sehen bekommen und unser Reiseführer sagte das Tal der Könige sei hinter dem Tempel, was mich glauben ließ, wir gehe durch eine Tür und sind da.

Au man, was man manchmal für Vorstellungen hat….. Das Tal der Könige mussten wir erstmal mit dem Bus erfahren, was aber in der Tat einmal um den Tempel auf der Rückseite war.

Mein Rücken sagte mir schon, seit der Stufen von Hatschepsut, Freddy, du musst dich ausruhen oder du wirst dich wundern wie unangenehm ich werden kann. Am Tal der Könige stiegen wir aus sem Bus aus und das Erste was der Guide zu uns sagt „Fotografieren und Filmen verboten“

Jetzt mal ehrlich, konnte ich da meinem Rücken noch wiedersprechen? Was soll ich in einer riesen Steinmulde rumlaufen, mir irgendwelch Gruften ansehen, wobei die Wichtigste von Tutanchamun auch noch extra kostet….

Ich ließ die Ulli das Tal erkunden und begab mich zurück in den Bus um die Liegefläche zweier Sitze zum ausruhen meines trotz Morphium beruigtem aber dennoch stark schmerzenem Rückens zu begeben. Klar, wenn man schon mal an solch einem Ort ist…. Aber was nicht geht, geht halt nicht.

Als die Truppe wieder zurüch war, meine erste Frage an Ulli, „na, wie wars? Die Antwort hatte mich nicht besonders erschüttert, „ja Steine eben, viele Steine und ein paar Gräber, hasst nichts verpasst“ . Ohne Fotos und Film hätte es mir sowieso nichts gebracht.

Weiter ging es im Bus, noch ein Zwischenstop bei den beiden Memnonkolossen aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. Ich frag mich nur, woher weis man das Datum, Christus kannte man doch erst 1400 Jahr später.

Spass bei Seite, die Statuen waren schon beeindruckend, so riesengroß mitten in der Landschaft vor der untergehenden Sonne, das Umfeld hätte man aber schöner gestalten können.

Was dann kam, ist kaum noch erwähnenswert, außer das wir nach fast sechs Stunden Fahrt und einiger Stops, um Mitreisende abzusetzen und natürlich dem Wechsel vom großen Bus zun kleinen Bus um 23.40h am Hotel ohne Abendessen abgesetzt wurden und wir schnell ins Bett sprangen, da bereits um drei Uhr morgend die Nacht rum war , weil uns ein kleiner Bus um vier Uhr abhohlte und zum Flughafen brachte, wo um 06.30h der Flieger nach Köln abhob.

Abschließend sei noch gesagt, es war ein Ausflug den man auf jeden Fall machen sollte, aber ganz ehrlich, noch mal mache ich das nicht, bin schon zu klapperich dafür.

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