Gorges d’Héric ,eine Schlucht zum Verlieben.

Nach unserem Trip an die Küste, rief uns nun das Landesinnere. Ich hatte von einem Stellplatz in der Nähe einer Schlucht gelesen und diese war im Stellplatzführer aufgeführt, allerdings war angegeben dass dieser auch der Parkplatz für Wanderer sei und am Tage überlaufen, da wir aber eher die Ruhe suchen, war ich ein wenig skeptisch, ob das auch was für uns ist, also los, über den Stellplatzführer das Navi aktiviert und ab auf die Straße.

Wir verließen den Ort, der uns einen schönen Tag und eine selbige Nacht ermöglichte in Richtung Landesinnere. Vorbei an Weinfeldern und einer flachen Landschaft bis hin zur…Autobahn? Wir möchten die Gegend sehen und keine kostenpflichtige Betonpiste, also bei nächster Gelegenheit STOP! Erstmal dem Navi die Haken von Autobahn und Mautstrecken entfernt und gehofft das dann nur solche Strecken angezeigt werden,die uns gefallen wollen. Erst nach Neustart der Navi-Software hatte es dann kapiert was wir wollten.

 

Die Landschaft wurde nun nicht nur Hügeliger, auch viel schöner und wir wurden durch die Schönheit der Gegend zu dem ein oder anderen Stop genötigt. Unser Ziel rückte immer näher je höher wir kamen, nur noch 5km, durch ein Dorf, noch 3 km, oh wie schön, nur noch die einspurige asphaltierte Straße hoch, hoffendlich kommt hier keiner entgegen, ein Abzweig nach links, der Asphalt wich einer Schotterpiste, nur noch wenige Meter…. eine Brücke stellte sich in den Weg, in sofern das diese uns nicht tragen wollte, dies angezeigt duch ein Schild mit einer durchgestrichenen 3 mit einem T dahinter, Entstation? Wozu hat der Bubi eine Rückfahrkamera und Außenspiegel, also ohne groß in das von Panik gezeichnete Gesicht von Ulli zu gucken den Rückwärtsgang rein und den schmalen Pfad zurück zur Gabelung. Wir sind natürlich nur falsch runter gefahren, also müssen wir weiter hoch.

Ulli war nicht so überzeugt, zumal auch auf dieser Straße der Asphalt aufhörte und  jene schmaler wurde. Erst mal in den kleinen Ort hinein und sehen wo wir sind, ups Sackgasse, also drehen und da, ein Hinweis zum Parkplatz, dass muss es sein, noch schmaler der Weg noch holperiger und noch eine Kurve? Eher ein Knick und der steil hinauf. Halt, du schaffst das nicht, rief es von der Seite und ich latschte auf die Bremse, na prima, Schotter, steil, Knick, eng und genau da stand ich nun. Zurüch, keine Schance, also Flucht nach vorne. ASR sprang an und löste den Hillholder ab und mit einem Schub als würden 20 Esel von hinten drücken sprangen wir regelrecht zwischen Hecke und Mauer milimetergenau den Pfad der Erwartung hinauf und landeten….. Ich musst der Ulli der in diesem Moment die Gesichtszüge von Panik in Erleichterung überzugehen schienen klar machen, sie hatte wiedermal Recht, wir waren total falsch, denn das Navi zeigte nun die Botschaft, noch 9 Km.

Da ich die Runterfahrt von diesem Grundstück, auf dem wir nur mit viel Glück und natürlich meinem fahrerrischen Können gelandet waren, in entgegengesetzter Richtung nun wieder folgen wollte und Ulli mit ihren Fingernägeln bei der Auffahrt schon in den Polstern ihres Sitzes steckte, gab ich ihr den Tip sie könne ja schon mal den Weg runter gehen und mich filmen wie ich ihr entgegen komme. Mit erneuter fahrerrischer Präzision rollte ich ihr nun entgegen und teite ihr mit, was wir für einen tollen Camper haben, der so präziese zu steuern ist und ich einen riesen Spaß an der Aktion hatte.

Jetzt wechselte ich erstmal vom Radionavi zu Google Maps auf meinem Smartphone, es ging natürlich die Straße runter, sie wurde breiter und fester, die Zivilisation hatte uns wieder, im Dorf bereits ein Hinweis, hier sind wir richtig, noch die Straße hoch, die wieder einspuhrig wurde und da, der Wanderparkplatz, der Stellplatz den wir suchten, hinter dieser Schranke liegt das neue Zuhause, ach wo es gerade so schön aussieht, für die nächsten drei Tage. Wir bezahlten erstmal für heute und morgen und für übermorgen sollen wir morgen noch mal bezahlen.

Von Überlaufen kann man nun hier nicht reden, Platz wo hin das Auge reicht, ganz am Ende der Parkplatzanlage, quasi mitten im Wald, das ist er, unser Stellplatz.DSC_3731

Das Einrichten geht schnell, einmal gedreht, rückwärts eingeparkt, Stühle raus Tisch dazwischen und mit einem gekühlten Getränk aus unserem Kühlschrank entspannt niedergesetzt, alle Strapazen der letzten Stunde waren vergessen.

Nach einer Zeit der Gelassenheit hatte ich nun großes Interesse die Umgebung zu erkunden, dieses taten wir dann auch, die einzige Möglichkeit die sich uns bot war ein Pfad direkt oberhalb unseres Nachtquartiers, wir liefen ein Stück, vor uns tauchte ein Hof auf, über ihm bog sich ein wunderschönes Viadukt einer Straße die darüber lief.

Wir gingen durch den Bauernhof, ein Stück  die Straße inunter als Ulli sagte, das gibt es nicht, sieh mal, die Brücke, wenn auf der anderen Seite ein Schild ist 3T, dann lach ich….

Ich lief hinüber und konnte durch ein nicken meines Kopfes Ulli zum Lachen bringen, es war die Steinbrücke vor der wir vor ca 2.5 Stunden nicht mehr weiter kamen, ein Navi kennt eben immer zwei Seiten einer Straße.DSC_3742

Jetzt erstmal hoch zur Baguetterie die oben an der Schranke ist, dort gab es einen Hamburger, wir bestellten und verspeisten diesen und setzten unsere Erkundung fort, hin zur lang erwarteten Schlucht. Eine steile und schmale Straße führte dort hin und wir waren überrascht was die Natur vor uns ausbreitete. Von riesen Felswänden umgeben sahen wir bereits Teile der Schlucht und ich konnte es nicht lassen und überquerte sie über einen ca 60cm breiten und ca 6m langen Betonstreifen ohne Geländer. Ich rief der Ulli zu, komm doch mal rüber und sieh dir den Blick an, ich weiß ja von ihrer Höhenangst und hatte somit mit der Antwort gerechnet, also schlug ich ihr vor durch den an dieser Stelle wasserlosen Fluß zu klettern, meine freundliche Bitte fand Gehör und schwups war sie auch schon auf meiner Seite. Vor uns ein große Mulde die mit kristallklarem Wasser gefüllt war, meine Unterhose war schwarz und eigentlich von einer Badehose kaum zu unterscheiden, also trennte ich mich von den anderen Kleidungsstücken und begab mich in das kühle Nass. Im Wasser wurde ich wohl schon erwartet von einigen kleinen Fischchen, die sich langsam annähern und anfingen an mir herum zu knabbern, erst war ich erschrocken, aber dann fand ich es ganz witzig und ich erzählte es der Ulli, die gerade überlegte, ob ihr schwarzes Untendrunter auch als Bikini dienen könne, ups dachte ich mir, bei der Information war es das wohl, aber wie schon so oft überraschte sie mich und folgte mir ins kühle, mit knabberden Fischchen gefüllte Becken mit den Worten „woanders bezahlt man eine Menge Geld dafür. Unglaublich diese Frau.

Die nächste Überraschung kam als wir den Rückweg antraten, nicht wie ich annahm unten rum kletterte sie auf die andere Seite, sondern über die schmale Brücke ohne Geländer die sie vorhin noch wegen ihrer Absturzangst gemieden hatte. Wir gingen zurück zu unserem Bubi, da er bereits dunkel wurde, legten uns ins Bett, sahen uns auf meinem Notebook noch eine Folge einer Serie an und schliefen wie Babys bis die Sonne uns weckte. Nach einem schönen Frühstück mit einer Tasse von unserem Drückekaffee , machten wir uns erneut auf den Weg zur Schlucht, diesmal ein paar hundert Meter weiter als noch am Vortag. Mit etwas Geschick erkletterten wir uns ein neues Badeloch und als wir dort ankamen wurden wir mit einer Badebucht aus funkelnde Sand belohnt, es war klar, so lange die Sonne aud diesen Platz zwischen riesigen Findlingen scheint, werden wir uns nicht entfernen. Unser Versprechen haben wir gehalten, denn als die Sonne die Bergspitze erreichte packten wir ein und liefen zurück um unseren Hunger erneut an der Baguetterie zu stillen. Wir hatten uns vorgenommen wieder einen Hamburger aber diesmal mit Fritten zu gönnen, die Ulli setzte sich schon hin und bestellte, während ich hinunter zum Bubi lief um Geld zu holen. Als ich wieder zurück war teilte mir die Ulli mit, Hamburger und Fritten gibt es nicht, da heute Abend ein Blueskonzert ist und der Aufwand sehr groß sei, also gibt es Baguette. Natürlich L’Oriental, also mit Kebab. Hmmm lecker, was ich nicht bedacht hatte war mein Provisorium am Oberkiefer das den Schaden überdeckt, den ich am Tage des Bubikaufs, als wir darauf Essen gingen, durch einen Biss auf einen harten Teil der Speise erlitt.

Also hieß es abreißen statt abbeißen. Dem Geschmack und dem Provisorium tat das aber zum Glück keinen Abbruch. Wenige Stunden später erklang dann auch der Blues jener Band die mir den Hamburger nahm. Wir sahen einen kleinen Moment zu, entschlossen uns aber dann den Abend mit einer Flasche Imiglikos zu beenden. Von Ferne, aber deutlich zu hören erklang der Blues und wir hatten wieder einen schönen Tag beendet.

Nach einer stillen Nacht erwachten wir zur frühen Stunde und wir frühstücken wiedermal mit unserem Drückekaffee, danach noch die Toilette leeren, was natürlich Männersache ist uns schon verließen wir den Ort, der uns so verzückte und den wir immer in Erinnerung behalten werden.

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